Belastende Einsätze



Heutzutage muss die Feuerwehr eine Vielzahl von Einsätzen bewältigen. Kleinigkeiten wie brennende Mülleimer oder vielleicht der Alarm einer Brandmeldeanlage in Firmen oder Pflegeeinrichtungen. Die sind schnell abgearbeitet und gelten nicht wirklich als belastend. Doch es gibt Einsätze, die sind belastend Körper und Seele. Manchmal fragt man sich dann: "Warum machen ich das alles? Und trotzdem eilt man beim nächsten Einsatz zur Hilfe. Helfen ist nicht nur einfach Hobby - es ist vor allem eine Herausforderung. Einsätze kommen und gehen, aber die Bilder bleiben in der Seele!


Belastend: tödlicher Unfall.

Beispiele sind Einsätze:
Außerhalb von Einsätzen können folgende Erlebnisse zu einer starken psychischen Belastung führen:
Früher galt es als stark, belastende Erfahrungen einfach wegzustecken, darüber nie mehr zu sprechen. Heute sind die Einsatzkräfte schlauer. Wer es nicht schafft, mit den schlimmen Eindrücken umzugehen, kann seelisch schwer krank werden (posttraumatische Belastungsreaktionen).

Im Einsatz müssen die Feuerwehrleute handeln, möglicherweise im Kampf um Menschenleben besonders schnell. Hier bleibt so gut wie keine Zeit zum Nachdenken. Erst zu Hause, nach dem Einsatz, wenn die Ruhe wiederkehrt, beginnt das Grübeln. Auf einmal kommend quälende Gedanken auf: "Irgendjemand wird heute die Nachricht über den Tod eines lieben Menschen bekommen." "Ob das Unfallopfer noch etwas mitbekommen hat?" "Wäre der nur nicht so schnell gefahren!" "Warum hatten die nur keine Rauchmelder, die könnten noch leben!"

In den letzten zehn Jahren hat ein Umdenken innerhalb der Feuerwehr stattgefunden. Weltweite Studien haben ergeben, dass rund 20 Prozent der Einsatzkräfte aller Hilfsdienste (Polizei, Rettungsdienst, Technisches Hilfswerk, Feuerwehr usw.) dauerhafte posttraumatische Belastungsreaktionen aufweisen.

Vor allem nächtliche Einsätze belasten, besonders dann, wenn schon in den Nächten davor die Hilfe der Feuerwehr gefordert war - was bei einer großen Feuerwehr wie in Wissen durchaus vorkommen kann. Und meist müssen die Einsatzkräfte nach dem nächtlichen Einsatz ganz normal zur Arbeit.

Je nach Einsatzart geht es nach Ende der Lösch-, Rettungs- oder Bergungsarbeiten nach Hause: verschwitzt, verdreckt, abgekämpft. Zurück aus einer völlig anderen Welt in das geregelte Familien- und Arbeitsleben. Und nach dem Duschen steckt das Feuerwehrmitglied seinen Piepser wieder an den Gürtel, denn nach dem Einsatz ist vor dem Einsatz ...

übrigens: Auch die Angehörigen und Freunde eines Feuerwehrmitglieds müssen mit der besonderen Aufgabe leben. So werden bei nächtlichen Einsätzen meist auch die Partner/innen der Feuerwehrmänner und -frauen durch den Alarm geweckt, so mancher Kino- oder Partybesuch endet mit einem Funkalarm. Die jederzeitige Verfügbarkeit verlangt gelegentlich große Opfer und Verständnis. Nicht nur vom Feuerwehrmitglied selbst, sondern gerade auch von seinem sozialen Umfeld!

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