Sollten wir Dir irgendwann einmal zu absolut unmöglichen Tages- oder Nachtszeiten über den Weg laufen, dann ist sicher wieder Zeit für unseren Berufsfeuerwehrtag.
Einmal Berufsfeuerwehrmann für 24 Stunden sein - an diesem Wochenende wird dies möglich! Allerdings besichtigen wir hierzu keine Berufsfeuerwehrwache, nein, wir spielen einfach selber Berufsfeuerwehr!
Dazu treffen wir uns in aller Herrgottsfrühe am Samstagmorgen zum "Schichtbeginn" im Feuerwehrhaus. Jeder "Feuerwehrmann" hat selbstverständlich seinen eigenen Spint, in dem Uniform und persönliche Kleidungsstücke untergebracht werden.
Auf dem Schichtplan kann jeder einsehen, welche Aufgaben ihm für die kommenden Stunden zugeteilt wurden. Es gibt einen Küchendienst, rund um die Uhr muss die Funkzentrale mit Personal besetzt sein, sogar der Posten des Gruppenführers und seiner Vertretung wird durch einen von uns besetzt.
Im Normalfall beginnt unser 24-Stunden-Tag mit einem gemütlichen Frühstück - wie gesagt: im Normalfall! Egal ob bei den freiwilligen Helfern oder der Berufsfeuerwehr - leider kann niemand voraussehen, wann der Piepser geht. Und tatsächlich: Tütütütütüt! Gerade noch in ein Brötchen gebissen, schon geht der Alarm los! Nun heißt es: Beeilung! Schnell zum Spint, in die Uniform schlüpfen und die Autos besetzen. Schon kommt unser Gruppenführer mit der Alarmmeldung aus der Funkzentrale angehetzt und gibt Info: Heckenbrand im Siegental! Wie bei unseren großen Kollegen wird zum Einsatz ausgerückt. Das Funkzentralenpersonal führt Protokoll und hält über Funk ständigen Kontakt mit den Kameraden vor Ort.
Im weiteren Verlauf des Tages sind natürlich noch einige Überraschungen eingeplant. Wann der nächste Alarm los geht, und um welchen Einsatz es sich handelt, weiß von uns niemand. Obwohl selbstverständlich auch alle anderen Aufgaben und Pflichten eines Berufsfeuerwehrmannes erledigt werden müssen, sei es Autowaschen, Gerätekunde, Kochen oder Dienstsport, wenn der Alarm erklingt, muss alles andere warten. Dann heißt es: Ausrücken zur Einsatzstelle!
Unsere Schicht dauert bis zum nächsten Morgen. Eine Nacht ohne Einsatz? Eine Nacht mal durchschlafen? Vielleicht klappt es ja dieses Jahr - lassen wir uns überraschen.
In den vergangenen Jahren haben wir so schon die verschiedensten Aufgaben zu bewältigen gehabt. Jeder, der schon öfters dabei war, und glaubt schon alles erlebt zu haben, wird aufs Neue überrascht. Die Ideen gehen unseren Betreuern anscheinend nie aus.
Selbstverständlich bringt so ein Spektakel eine Menge Vorarbeit mit sich. Schon Wochen im Voraus plant unser Betreuerteam den Tag akribisch durch. Ideen müssen gesammelt, Vorbereitungen müssen getroffen und Gruppeneinteilungen vorgenommen werden. Einen Tag vor "Schichtbeginn", und am Morgen davor, müssen die "Einsatzstellen" vorbereitet werden. Während des gesamten Tages läuft in den Köpfen der Betreuer der ausgearbeitete Ablaufplan mit - schade nur, dass jeder von Ihnen ein Pokerface aufgesetzt hat. Fragen - sinnlos!
Logo sind sowohl die Betreuer als auch wir am nächsten Morgen hundemüde aber glücklich. Unser Adrenalinspiegel ist immer noch sehr hoch. Zu Hause gibt es erst mal eine Menge zu erzählen. Und mit vielen meiner Kameraden verstehe ich mich jetzt sogar noch besser.
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